Führt das Coronavirus zu einer unfreiwilligen Digitalisierung von Arbeitsplätzen und Schulen?

Seit Wochen beherrschen Meldungen um das neuartige Coronavirus COVID-19 die Medienlandschaft in Österreich, Europa und darüber hinaus. Neben seiner medizinischen und gesellschaftspolitischen Relevanz hat das Auftreten und Ausbreiten des Virus jedoch auch einen gewissen Effekt auf die Digitalisierung.

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Screenshot der Coronavirus Live Map auf gisanddata.maps.arcgis.com

Nicht nur, dass im Internet verschiedene Live-Ticker und andere Arten von Echtzeitberichterstattung stattfinden, um Interessierte über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten, oder dass verschiedene Mediziner mit Hilfe von Social Media eine Plattform haben, detailliert über das Virus Auskunft zu geben.

Gerade in Österreich gibt es darüber hinaus auch konkrete Anordnungen der Regierung, deren Umsetzung ein erhöhtes Ausmaß an Modernisierung und Digitalisierung erfordert: E-Learning für Schüler und Studenten und Teleworking bzw. Home Office für viele Berufstätige.

 

Home Office, dort wo es möglich ist

Arbeitgeber werden gebeten, ihren Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, vom Home Office aus zu arbeiten – gleichermaßen sind die Angestellten angehalten, diese Option wahrzunehmen. Überall dort, wo es möglich ist, soll also in diesen Tagen und Wochen möglichst vom Home Office aus gearbeitet werden.

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Eine so plötzliche Umstellung wird naturgemäß einige Herausforderungen mit sich bringen. Trotzdem denke ich, dass dadurch viele Unternehmen die unterschiedlichen Möglichkeiten des Home Office und der Zusammenarbeit über das Internet erst richtig kennen lernen werden. Ich bin sicher, dass dadurch ganz neue Erkenntnisse gewonnen und innovative Möglichkeiten des Unternehmenskommunikation gefunden werden können.

Das Home Office hat nun Gelegenheit, sich als legitime Alternative zum zentralen Büro vor Ort (weiter) zu etablieren.

E-Learning für Schüler und Studenten

Der reguläre Unterricht für Schulkinder ist zumindest bis nach den Osterferien ausgesetzt – auch wenn es für die unteren Schulstufen optionale Betreuungsmöglichkeiten geben soll, so soll der Fokus in dieser Phase wohl verstärkt auf E-Learning gelegt werden. Wie Schulen so kurzfristig ein funktionierendes E-Learning Konzept auf die Beine stellen sollen, wenn sie sich davor noch nicht mit dem Thema auseinander gesetzt haben, bleibt dahingestellt. Dennoch glaube ich, dass diese Notsituation den Schulen auch hier neue Möglichkeiten aufzeigen wird, und dass diese Möglichkeiten des E-Learnings aufgrund der aktuellen Situation den Schulen jetzt vielleicht auch stärker bewusst werden.

Auch österreichische Hochschulen sollen bis Ostern geschlossen bleiben. Zwar haben bereits einige Universitäten und Fachhochschulen Erfahrung mit Fern- bzw. Onlinestudiengängen, besonders weit verbreitet sind diese Modelle an österreichischen Hochschulen jedoch noch nicht. Dennoch ist es jetzt grundsätzlich geplant, Vorträge vom Hörsaal auf den Online-Stream zu übertragen. Vielleicht finden im Zuge dessen mittelfristig einige weitere Hochschulen hin zum standortunabhängigeren Lernen (und Lehren), und vielleicht werden dies Studenten (und Professoren) künftig auch umso stärker einfordern.

Livestreams von Gottesdiensten

Bereits vor rund einem Jahr habe ich eine Initiative zur Digitalisierung von Pfarrgemeinden gestartet. Jene Pfarren, Kirchen und religiöse Organisationen, die bereits frühzeitig Digitalisierungsmaßnahmen gesetzt haben, können jetzt darauf zurückgreifen. In meiner Heimatdiözese Gurk finden bis auf weiteres die Gottesdienste nur noch ohne Anwesenheit der Gläubigen statt – diese werden angehalten, auf Liveübertragungen auszuweichen und gleichzeitig auch die Hauskirche wieder zu entdecken.

Bisher sind es primär größere Kirchen und Organisationen, die eigene Livestreams ihrer Heiligen Messen anbieten. Aber theoretisch wäre es auch für kleine Ortskirchen ohne allzu großen technischen Aufwand möglich, eigene Liveübertragungen über das Internet zu realisieren, und so einen Beitrag zur Stärkung der eigenen Gemeinde zu leisten.

Zusammenfassung

Der Ausbruch des Coronavirus COVID-19 hatte und hat sicherlich schwerwiegende medizinische als auch wirtschaftliche Folgen. Ein indirekter Nebeneffekt scheint aber eine notwendigerweise durchzuführende Modernisierung und Digitalisierung des Arbeits- und Bildungsalltags in Österreich zu sein. Es bleibt zu hoffen, dass die daraus resultierenden Möglichkeiten nicht nur als kurzfristige Last, sondern auch als langfristige Chance zur Weiterentwicklung gesehen werden.

Quellen und nähere Informationen (extern):

Informationsseite des Bildungsministeriums zu COVID-19: https://www.bmbwf.gv.at/Themen/schule/beratung/corona.html

CSSE Live Karte zur Ausbreitung des Virus: https://gisanddata.maps.arcgis.com/apps/opsdashboard/index.html#/bda7594740fd40299423467b48e9ecf6

Live Karte der Berliner Morgenpost: https://interaktiv.morgenpost.de/corona-virus-karte-infektionen-deutschland-weltweit/

Fragen und Antworten zur Home Office Möglichkeit aufgrund der aktuellen Situation: https://www.diepresse.com/5774718/darf-ich-aus-angst-vor-dem-coronavirus-zu-hause-bleiben?

Mehr zum Thema Home Office und Kinderbetreuung: https://www.diepresse.com/5783146/corona-kann-ich-zu-hause-bleiben-um-mein-kind-zu-betreuen

E-Learning: https://www.diepresse.com/5783662/wie-e-learning-in-zeiten-des-coronavirus-schule-macht

Streaming statt Hörsaal: https://www.diepresse.com/5782369/streaming-statt-horsaal-unis-bleiben-bis-ostern-geschlossen

Gottesdienste im Internet: https://www.kath-kirche-kaernten.at/dioezese/detail/C2488/gottesdienste-auf-facebook-youtube-und-co-live-stream-der-hl-messe-an-wochentagen-aus-der-kapelle-im-bischofshaus-gottesdienste-aus-kaerntner-pfarren-in-social-media

Hauskirche in Verbindung mit Online-Angebot: https://www.kath-kirche-kaernten.at/pfarren/detail/C3268/die-hauskirche-wieder-beleben-aktuelle-massnahmen-zum-corona-virus

Tägliche Live-Übertragung der Hl. Messe von Missio: http://www.missio-live.at/