Web-Desaster: 10 Tipps für komplett erfolgloses Onlinemarketing

In Anlehnung an Christian Pongratz‘ Bestseller „Betriebsdesaster – Die Anleitung zum Untergang“ erhalten Sie jetzt, an diesem Freitag den 13. von mir einen Haufen praktischer Tipps und Tricks für einen möglichst nutz-, sinn- und erfolglosen Internetauftritt Ihrer Firma.

Anleitung zum Online-Untergang

Tipp 1: Selbst ist der Mann! Seien wir ehrlich, in Wirklichkeit können Sie doch selbst alles immer noch am besten – darum sind Sie schließlich Unternehmer geworden. Verplempern Sie bloß kein Geld damit, einen Webdesigner zu engagieren. So kompliziert kann es doch gar nicht sein, eine Internetseite online zu stellen. Nehmen Sie sich einfach heute Nachmittag ein, zwei Stunden Zeit, dann schaffen Sie das locker.

Tipp 2: Fertig ist Fertig. Wenn Ihre neue Firmenseite dann endlich online ist, lassen Sie sie bloß in Ruhe! Weitere Updates sind etwas für Leute, die zu viel Zeit haben. Wenn Sie einen Postwurf aussenden, ein Plakat aufhängen oder einen Prospekt drucken lassen, schreiben Sie ja auch nicht im Nachhinein neue Sachen hinauf. Also lehnen Sie sich zurück und warten Sie einfach ab, bis Ihre Neukundschaft Ihnen die Tür einrennt. Im Internet geht schließlich alles automatisch.

Tipp 3: Bunt ist besser! Sind Sie nicht auch gelangweilt von so eintönigen Webseiten wie z.B. google.at? Ihre Kunden bestimmt auch. Also stellen Sie sicher, dass Ihre Firmenwebseite ordentlich ins Auge sticht! Verwenden Sie knallbunte Hintergrundfarben, lustige Schriftarten (Comic Sans wäre z.B. ideal), lassen Sie ein paar animierte Figuren durchs Bild laufen…Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Und wenn Sie richtig protzen wollen, sollte bei jedem Aufruf Ihrer Homepage sofort Musik abgespielt werden. Ihre Besucher werden das Fenster mit Ihrer Webseite gar nicht mehr schließen wollen.

Tipp 4: Social Media ist was für Pfeifen,  und Leute die im echten Leben keine Freunde haben. Jetzt haben Sie schon so viel Zeit in Ihre Firmenwebsite gesteckt, gehen Sie auf keinen Fall auch noch auf Facebook oder Twitter. Keiner soll denken, Sie wären ein Stubenhocker der ständig nur vorm Computer sitzt!

Tipp 5: Hat Sie doch schon jemand überredet, sich bei Facebook anzumelden? Ihr Nachbar vielleicht? Na gut, dann gilt es jetzt den Schaden zu begrenzen. Löschen Sie sofort Ihre normale Firmenwebseite, oder lassen Sie sie zumindest verwahrlosen. Die brauchen Sie jetzt nicht mehr! Geben Sie Ihrem persönlichen Profil unbedingt Ihren Firmennamen – dann müssen Sie nicht eine Facebook Seite und ein Profil gleichzeitig verwalten, sondern schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe! Noch ein Trick: Geben Sie einfach Ihren Kindern, Enkeln oder Neffen die Facebook-Zugangsdaten, dann können die sich für Sie darum kümmern. Jeder weiß, dass Kinder sich am besten mit Computern auskennen.

Tipp 6: Kennen Sie diese Angeber, die ihren Domainnamen in ihrer E-Mail Adresse stehen haben? Diese Leute haben keine Ahnung, wie man Prioritäten richtig setzt. Eine Freemail Adresse à la @gmx, @gmail, @aon etc. als Firmen-Mail wirkt viel professioneller und reicht völlig aus. Alles andere ist nur unnötige Frickelei.

Tipp 7: Wo wir schon von E-Mail Adresse sprechen – schauen Sie da bloß nicht rein! Seriöse Anfragen kommen immer telefonisch oder per Post. Wenn Ihnen einer eine E-Mail schreibt, will er Ihnen sicher nur was verkaufen (anstatt umgekehrt) oder Sie sonst irgendwie hereinlegen. Und wenn doch einmal eine echte Kundenanfrage dabei ist, wirkt es schicker wenn Sie erst nach ein paar Wochen antworten. So weiß der Kunde auch sofort, dass Sie ein erfolgreicher Unternehmer sind der viel zu tun hat (und kein Stubenhocker der immer nur vorm Computer sitzt, siehe Tipp 4).

Tipp 8: Mann kann es nicht oft genug sagen, hüten Sie sich vor Werbefritzen! Diese Leute sind wie die Mafia, und arbeiten untereinander zusammen. Deshalb wollen sie seit Neuestem, dass Sie auf Ihre Printwerbung Ihre Internetadresse hinauf schreiben. Machen Sie das auf keinen Fall! Damit geben Sie denen nur noch mehr Macht. Cross-Media-Marketing ist ein Blödsinn. Print- und Onlinewerbung hängen überhaupt nicht zusammen und brauchen daher auch nicht aufeinander verweisen.

Tipp 9: Print- und Onlinewerbung sind das Gleiche (auch wenn sie nicht zusammenhängen). Daher können Sie praktischerweise auch die gleichen Texte für beides verwenden! Kümmern Sie sich nicht um solche komischen Dinge wie Suchmaschinenoptimierung, das ist nur ein kompliziert klingendes Wort das aber nichts bedeutet. Schreiben Sie Ihre Texte einfach wie Sie lustig sind oder noch besser, schreiben Sie sie vom letzten Postwurf ab. Google & Co. sind so fortschrittlich, dass Sie jeder immer sofort finden wird, ganz automatisch (siehe Tipp 2).

Tipp 10: Achtung, Achtung, Achtung! Jetzt kommt der wichtigste Tipp von allen, diesen müssen sie unbedingt befolgen (auch wenn Sie alle anderen ignorieren). Falls Sie eine neue Webseite machen wollen, oder Ihr Onlinemarketing verbessern möchten, oder sonst irgendwelche Fragen zum Thema haben, dürfen Sie eines auf keinen Fall machen: Sie dürfen unter gar keinen Umständen, wirklich niemals(!), eine E-Mail mit Ihrer Anfrage an office@mzit.info senden. Wirklich!

Wenn Sie diese 10 Tipps befolgen, sind Sie auf dem besten Weg Ihren persönlichen Online-Untergang perfekt umzusetzen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei (oder auch nicht).

Sicherheitshinweis: Natürlich ist dieser Artikel reine Satire. Wenn Sie Interesse an erfolgreichem, wirkungsvollem Onlinemarketing haben, machen Sie am besten immer das Gegenteil der hier gegebenen Tipps. Und senden Sie vielleicht doch eine E-Mail an office@mzit.info…

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